BAU.GENIAL, die Plattform für leichtes Bauen
Acht führende Unternehmen der österreichischen Baustoffindustrie haben 2005 die Plattform BAU.GENIAL gegründet. Ziel ist die Forcierung des Leichtbaus in Österreich. Leichtbausysteme sind bei der Produktion und beim Transport besonders umweltschonend verglichen mit herkömmlichen, massiven Bauweisen. Es gibt zahllose Referenzobjekte im Leichtbau, die architektonisch und energetisch bestechen und hervorragende Raumqualität bieten.
Definition Leichtbau
Unter Leichtbau versteht man Bauweisen des Holz- und Trockenbaus. Moderne Leichtbaukonstruktionen bieten eine Vielzahl von Vorteilen – von bauakustischen Parametern bis hin zu Flexibilität und Nachhaltigkeit. Der Leichtbau ist als eine Form, das leichte und trockene Bauen zu verbinden, nicht neu. Dieser gewinnt aber unter dem Gesichtspunkt, Massen zu minimieren, zunehmend an Bedeutung. Dahinter steht die gesamtgesellschaftliche Notwendigkeit, mit den vorhandenen Ressourcen in Zukunft schonender umzugehen. Als innovative Bauweise besitzt der Leichtbau deshalb hervorragende Zukunftsperspektiven.
Vorteile der Leichtbauweise
Gründe für die seit Jahren ständig steigende Akzeptanz des Leichtbaus unter Planern, Architekten und Bauherren sehen die Mitglieder der Plattform BAUGENIAL vor allem in/im
- hohen Vorfertigungsgrad und den damit einhergehenden qualitativen und wirtschaftlichen Effekten
- raschen Baufortschritt durch Vorfertigung und Vermeidung langer Trocknungszeiten
- schlanken Konstruktionen selbst bei außerordentlich hohen Dämmdicken
- Nutzflächenmaximierung durch die Minimierung von Bauteildicken v. a. im mehrgeschossigen Wohnbau
- geringen Eigengewicht, das vor allem bei Dachausbauten, Um- und Anbauten sowie in der Logistik entscheidende Vorteile bringt
- Aspekten der Nachhaltigkeit aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Betrachtung
Anliegen an die Politik
Ziel von BAU.GENIAL ist, die österreichischen Bauvorschriften und Förderungen an die ökologische Ressourcenbelastung von Gebäuden zu knüpfen. Dazu ist es notwendig, Bauwerke über ihren gesamten Lebenszyklus zu betrachten: von der Errichtung über den Betrieb bis zum Rückbau. Wir sind der Überzeugung, dass die Politik mit Hilfe von Fördersystemen die nachhaltige Entwicklung des Bauwesens entscheidend beeinflussen kann. Deshalb fordert BAU.GENIAL:
- Das Passivhaus muss Standard werden, das heißt maximal 10 Kilowattstunden Energiebedarf pro Quadratmeter und Jahr.
- Erweiterung des Kriterienkatalogs für Subjekt- und Objektförderung um Kriterien wie „innovative Wohnkonzepte“ und „intelligente Bauweisen“
- Erhöhung der Sanierungsrate: Von 3,8 bis 3,9 Millionen Wohneinheiten in Österreich sind 717.000 älter als 85 Jahre, rund 550.000 Wohneinheiten wurden vor 1972 errichtet. All diese Gebäude müssen aus ökonomischen und ökologischen Gründen saniert werden. Der Leichtbau kann dabei wesentlich zu einer Effizienzsteigerung der Gebäude beitragen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Musikhauptschule Schwanenstadt.